Jackpot in einer Schweizer Spielbank: Wie er funktioniert, wann er ausbezahlt wird
Spielbanken · Veröffentlicht · Aktualisiert

Ein Jackpot ist der grösste Gewinn, den ein Spielautomat bieten kann. Das Schweizer Recht regelt genau, wann die Spielbank ihn auszahlen muss, wer bei vernetzten Jackpots zahlt und wie Gewinne besteuert werden. Ein Überblick für alle, die es wissen wollen, bevor die Lichter blinken.
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Lichter, Musik, eine blinkende Anzeige: Wenn an einem Spielautomaten der Jackpot fällt, merkt es der ganze Saal. Doch was passiert danach? Bekommt man das Geld sofort? Wer zahlt, wenn der Jackpot über mehrere Casinos verbunden ist? Und muss man Steuern zahlen? Das Schweizer Geldspielrecht beantwortet diese Fragen ziemlich genau.
Was ein Jackpot ist
Ein Jackpot ist ein besonders hoher Gewinn, der sich aus einem Teil der Einsätze aufbaut. Bei einem progressiven Jackpot wächst die Summe mit jedem Spiel, bis sie ausgelöst wird; danach beginnt sie wieder bei einem Grundbetrag. Es gibt Jackpots an einem einzelnen Automaten, Jackpots, die mehrere Automaten eines Hauses verbinden, und vernetzte Jackpots über mehrere Spielbanken hinweg. Je grösser das Netz, desto schneller wächst die Summe.
Wie hoch die Chance auf einen Jackpot ist und welcher Anteil der Einsätze in ihn fliesst, hängt vom einzelnen Spiel ab. Wie Ausschüttungsquote und Schwankung zusammenhängen, erklärt der Beitrag RTP und Volatilität.
Die Auszahlung: spätestens fünf Werktage
Die zentrale Regel steht in Art. 55 VGS mit dem Titel «Sicherstellung des Jackpots»:
- Betreibt die Spielbank einen Jackpot, stellt sie vor dessen Inbetriebnahme sicher, dass die Jackpotsumme spätestens fünf Werktage nach dem Gewinn ausbezahlt oder überwiesen werden kann.
- Das gilt auch, wenn die Jackpots verschiedener Spielbanken vernetzt sind.
- Die Gewinnsumme ist von der Spielbank auszubezahlen, in welcher der Jackpot ausgelöst wurde.
Für Gewinnerinnen und Gewinner bedeutet das: Es gibt eine klare Frist. Die Spielbank darf einen Jackpot nur betreiben, wenn sie das Geld rechtzeitig bereitstellen kann. Bei vernetzten Jackpots muss man sich nicht an ein anderes Casino oder an einen Betreiber im Hintergrund wenden. Ansprechpartner ist immer das Haus, in dem man gespielt hat.
| Situation | Wer zahlt? | Frist |
|---|---|---|
| Jackpot an einem einzelnen Automaten | Die Spielbank | Spätestens fünf Werktage |
| Jackpot über mehrere Automaten im selben Haus | Die Spielbank | Spätestens fünf Werktage |
| Vernetzter Jackpot mehrerer Spielbanken | Die Spielbank, in der er ausgelöst wurde | Spätestens fünf Werktage |
Warum die Regel wichtig ist, zeigt der Vergleich mit Online-Casinos ohne Schweizer Konzession. Dort gelten allein die Geschäftsbedingungen des Anbieters, oft nach ausländischem Recht. Die ESBK kann bei Offshore-Anbietern nicht eingreifen, weil sie keine Schweizer Konzession haben.
Unterschiede zwischen Konzession A und B
Die Schweiz kennt zwei Arten von Spielbankenkonzessionen. Nur Spielbanken mit Konzession A dürfen sich «Grand Casino» nennen (Art. 6 Abs. 3 BGS). Für Häuser mit Konzession B kann der Bundesrat nach Art. 6 Abs. 2 BGS die Anzahl und Arten der Spiele sowie die Höhe der Einsätze und Gewinne beschränken und besondere Voraussetzungen für den Betrieb von Jackpotsystemen festlegen.
Eine dieser Beschränkungen steht in Art. 54 VGS: In landbasierten Spielbanken mit Konzession B ist der Höchsteinsatz für automatisiert durchgeführte Geldspiele auf CHF 25 pro Spiel beschränkt. Das gilt nicht für automatisierte Tischspiele, sofern ihr Spielrhythmus dem echten Tischspiel entspricht, etwa elektronisches Roulette im Takt eines echten Tisches.
| Punkt | Konzession A | Konzession B |
|---|---|---|
| Bezeichnung «Grand Casino» | Erlaubt | Nicht erlaubt |
| Höchsteinsatz an automatisierten Geldspielen | Keine Grenze nach Art. 54 VGS | CHF 25 pro Spiel |
| Besondere Voraussetzungen für Jackpotsysteme | Nicht nach Art. 6 Abs. 2 BGS | Kann der Bundesrat festlegen |
| Auszahlung innert fünf Werktagen | Ja | Ja |
Steuern auf den Jackpot
Hier liegt der grösste Unterschied zwischen Spielbank und Online-Casino. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) unterscheidet drei Fälle:
| Wo gewonnen | Steuerliche Behandlung laut ESTV |
|---|---|
| Schweizer Spielbank vor Ort | Steuerfrei, unabhängig von der Höhe |
| Schweizer Online-Casino mit Konzession | Steuerfrei bis zum Freibetrag; beim Bund ab 2026 CHF 1'071'000 pro Gewinn. Auf dem übersteigenden Teil werden 35 Prozent Verrechnungssteuer abgezogen |
| Ausländisches Casino, auch online | Voll steuerbares Einkommen |
Ein Jackpot von mehreren Millionen in einer Schweizer Spielbank vor Ort bleibt also vollständig steuerfrei. Derselbe Betrag in einem Schweizer Online-Casino ist nur bis zum Freibetrag steuerfrei. Die Kantone können für die Kantonssteuer eigene Freibeträge festlegen; der Kanton Schwyz etwa nennt in seinem Merkblatt weiterhin CHF 1 Mio.
Ein Rechenbeispiel für einen Online-Jackpot von CHF 2'000'000 im Jahr 2026:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Gewinn | CHF 2'000'000 |
| Freibetrag Bund 2026 | CHF 1'071'000 |
| Übersteigender Teil | CHF 929'000 |
| Verrechnungssteuer 35 Prozent | CHF 325'150 |
| Sofortige Auszahlung | CHF 1'674'850 |
Die Verrechnungssteuer ist eine Sicherungssteuer: Wer den Gewinn korrekt deklariert, erhält sie zurück oder angerechnet. Wie das geht, erklärt der Beitrag Online-Casino-Gewinn in der Steuererklärung.
Online-Jackpots bei Schweizer Anbietern
Auch die Online-Casinos der Schweizer Spielbanken bieten Spielautomaten mit Jackpot an. Für die Auszahlung gelten hier die Regeln zum Spielerkonto. Gewinne und Guthaben dürfen ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers überwiesen werden (Art. 50 Abs. 2 VGS). Die spielende Person kann jederzeit verlangen, dass der Aktivsaldo oder ein Teil davon auf ihr Zahlungskonto überwiesen wird (Art. 50 Abs. 3 VGS). Liegt der Gewinn über dem Freibetrag, zieht der Anbieter vor der Auszahlung die Verrechnungssteuer ab.
Drei verbreitete Irrtümer
«Der Jackpot ist bald fällig.» Ein hoher Jackpotstand bedeutet nicht, dass er demnächst fallen muss. Bei Zufallsspielen ist jedes Spiel unabhängig vom vorherigen. Die Höhe der Anzeige sagt nur, wie lange der Jackpot schon nicht mehr ausgelöst wurde.
«Am Automaten, an dem gerade jemand lange verloren hat, steigen die Chancen.» Auch das stimmt nicht. Ein Automat hat kein Gedächtnis. Das Geldspielrecht stuft die Botschaft, längeres oder häufigeres Spiel steigere die Gewinnchancen, sogar ausdrücklich als irreführend ein, wenn sie in der Werbung auftaucht (Art. 77 Abs. 1 Bst. b VGS).
«Höhere Einsätze bringen den Jackpot schneller.» Bei manchen Spielen ist der Jackpot nur mit einem bestimmten Einsatz erreichbar; das steht in der Spielinformation des Automaten. Ein höherer Einsatz erhöht aber immer auch den möglichen Verlust. Wer den Einsatz erhöht, um einen Jackpot zu jagen, sollte sein Budget vorher festlegen.
Was nach dem Gewinn zu tun ist
- Ruhe bewahren und am Automaten bleiben: Das Personal der Spielbank wird den Gewinn prüfen. Alle Spiele werden per Kamera überwacht; die Aufzeichnungen werden mindestens vier Wochen aufbewahrt (Art. 57 VGS).
- Ausweis bereithalten: Die Identität wurde schon beim Eintritt kontrolliert. Bei grossen Gewinnen kann die Spielbank zusätzliche Angaben verlangen, etwa im Rahmen ihrer Sorgfaltspflichten gegen Geldwäscherei.
- Auszahlungsart klären: Bar oder per Überweisung. Die Spielbank muss die Summe innert fünf Werktagen bereitstellen können.
- Belege aufbewahren: Auch wenn der Gewinn in der Spielbank steuerfrei ist, kann ein Beleg helfen, später die Herkunft des Geldes nachzuweisen.
Was beim Einlass in eine Spielbank verlangt wird, erklärt der Beitrag Casino-Besuch: Ausweis, Alter, Einlass.
Jackpot und Spielerschutz
Jackpots üben einen besonderen Reiz aus, weil eine sehr hohe Summe mit einem kleinen Einsatz möglich scheint. Die Chance, ihn zu treffen, ist aber gering. Ein wachsender Jackpot macht ein Spiel nicht automatisch günstiger für die Spielenden; er ist Teil der gesamten Ausschüttungsquote. Wer einem Jackpot nachjagt und dabei immer mehr setzt, sollte innehalten. Spielbanken müssen nach ihrem Sozialkonzept problematisches Spielverhalten früh erkennen und können Personen sperren, deren Einsätze in keinem Verhältnis zu Einkommen und Vermögen stehen (Art. 80 BGS).
Mehr über die Funktionsweise von Spielautomaten auf der Seite Spielautomaten. Wer Hilfe braucht, erreicht SOS Spielsucht rund um die Uhr kostenlos und anonym unter 0800 040 080.
Häufige Fragen
Wie schnell zahlt eine Schweizer Spielbank einen Jackpot aus?
Die Spielbank muss sicherstellen, dass die Jackpotsumme spätestens fünf Werktage nach dem Gewinn ausbezahlt oder überwiesen werden kann (Art. 55 VGS).
Wer zahlt bei einem vernetzten Jackpot?
Die Spielbank, in welcher der Jackpot ausgelöst wurde. Die Fünf-Werktage-Regel gilt auch für vernetzte Jackpots mehrerer Spielbanken.
Muss ich einen Jackpot aus der Spielbank versteuern?
Gewinne aus Spielbankenspielen in Schweizer Spielbanken vor Ort sind laut ESTV steuerfrei, unabhängig von der Höhe. Es wird auch keine Verrechnungssteuer abgezogen.
Gilt das auch für Online-Jackpots?
Nein. Bei Schweizer Online-Casinos ist ein Gewinn beim Bund ab 2026 bis CHF 1'071'000 steuerfrei. Darüber werden 35 Prozent Verrechnungssteuer abgezogen.
Wie hoch darf der Einsatz an einem Automaten sein?
In Spielbanken mit Konzession B höchstens CHF 25 pro Spiel (Art. 54 VGS). Für Spielbanken mit Konzession A sieht diese Bestimmung keine Grenze vor.
Quellen
- Verordnung über Geldspiele (VGS), SR 935.511 – Fedlex
- Bundesgesetz über Geldspiele (BGS), SR 935.51 – Fedlex
- Geldspielgesetz – verrechnungssteuerliche Behandlung der Gewinne – ESTV
- Geldspielgewinne und Geldspielgesetz – ESTV
- Merkblatt ME-NP-22 Besteuerung von Geldspielgewinnen – Kanton Schwyz
- SOS Spielsucht – Beratung
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